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Skulpturen

Das Wort Skulptur ist dem lateinischen “Sculpere” entnommen und bedeutet so viel wie Bilden, Meißeln oder auch Schnitzen. Als Gattungsbegriff der Bildenden Kunst werden damit räumlich wirkende Werke der Bildhauerkunst, Bildhauerei und als moderne Variante auch Plastiken bezeichnet. Dabei wird zwischen subtraktiven (Herausarbeiten der Skulptur aus einem vorhandenem Material wie Holz oder Stein) und additiven (Hinzugabe von Materialien wie Ton oder Gips) Verfahren unterschieden. In heutiger Zeit werden diese Begriffe sowohl umgangssprachlich auch in der Fachterminologie nicht mehr streng unterschieden. Neuartige Materialien, neue Arbeitstechniken und nicht zuletzt ein sich veränderndes Kunstverständnis haben dazu geführt, dass die Begriffe Skulptur und Plastik seit dem 20. Jahrhundert nicht mehr als differenzierende Terminologie angesehen werden.

Material und Techniken

Da Skulpturen bereits in vorgeschichtlicher Zeit geschaffen wurden, kamen viele unterschiedliche Materialien zum Einsatz, je nach Verfügbarkeit und Verwendungszweck. Grundelemente waren die Naturstoffe Stein und Holz. Dabei fanden in besonderem Maße Tierskelette und deren Teile ihre Verwendung als Ausgangsmaterial. Eine Sonderform nehmen Skulpturen ein, welche aus Pflanzen erarbeitet wurden und die damit Eingang in die Gartenkunst fanden.
Als Werkzeuge finden Beitel und Messer Verwendung (z. B. beim Holzschnitzen), mit denen die Skulptur aus einem vorhandenen Holzblock herausgearbeitet wird. In der Bildhauerkunst wird hingegen ein Meißel zum Abtragen des ursprünglichen Werkstoffs verwendet. Beide Varianten der Formgebung sind trennende oder auch subtraktive Verfahren. Ist die Entstehung der Skulptur durch das Hinzufügen der Materialien geprägt, so spricht man von einem additiven Verfahren. Dazu gehört das Modellieren aus keramischen Werkstoffen und Metalllegierungen, aber auch das Gießen in eine Form. Eine jüngere Methode der Formgebung ist das Montieren und Schweißen. Diese Techniken haben erst in jüngerer Zeit Einzug in die Bildende Kunst gefunden. Charakteristische Beispiele sind Collagen und Rauminstallationen. Mit der Kombination der einzelnen Verfahren geht damit auch die Ära der einst strengen Klassifizierung ihrem Ende entgegen.
Die wohl bekannteste Form ist die freistehende Skulptur, wo sie häufig als Denkmal, Mahnmal usw. dominant in Erscheinung tritt. Weiterhin ist die Gestaltung eines Reliefs begriffstechnisch der Erschaffung von Skulpturen zuzurechnen. Skulpturen können in verschiedenen Ansichten (Front, Rundumansicht) geschaffen werden und hier wiederum einzeln oder in Gruppen angeordnet sein. Das ursprüngliche Ausgangsmaterial kann dabei roh belassen oder auch bemalt werden.

Die Geschichte der Skulpturen

Bereits unseren Vorfahren war die formgebende Technik für die Erschaffung von Skulpturen bekannt. Das idealistische Menschenbild der Griechen zeigt sich in beeindruckenden Skulpturen, die von anatomischer Korrektheit geprägt sind. Vor allem die christlichen Darstellungen des Mittelalters verzichteten in zunehmendem Maße auf diese naturgetreue Darstellung. Aussagekraft und Emotion hatten Priorität. Hier seien die unvergesslichen Werke des italienischen Bildhauers Michelangelo als Beispiel genannt. In späterer Zeit erweckten die Ideale der Antike jedoch zu neuem Leben. Die nun wieder reale Darstellung sollte bis ins 19. Jahrhundert fortbestehen. Die Ära der zeitgenössischen Bildenden Kunst wurde in besonderem Maße durch die Arbeiten von Auguste Rodin, man denke an seine Plastik “Der Kuss”, eingeleitet. Neuartige Materialien und Gestaltungselemente bestimmten bis in unsere Zeit die nun folgende Entwicklung.
Waren die klassischen Skulpturen einst ausschließlich statische Objekte, so haben in jüngerer Zeit Künstler sich bewegende Werke geschaffen, die als kinetische Skulpturen bezeichnet werden.

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